Entries in Berlin (3)
Kostbar
Die Stadt ist heute mal wieder wie ein Song. Was für ein wundervoller Abend das war. Er lässt mehr Fragen zurück als Antwoten, aber er fühlt sich gut an.
Ich komme hier und bei mir mehr und mehr an. Es geht hier nicht um Sex, auch wenn ich nicht darauf verzichten möchte. Es geht hier nicht um unvernünftig ausgestaltete Partynächte, auch wenn ich nicht darauf verzichten möchte. Es geht darum, dass ganz sicher Jemand fehlt hier und das schon viel zu lange.
Und doch habe ich hier in dieser Stadt die verdammt noch mal wundervollsten Menschen um mich herum, die ich jemals um mich herum hatte und das alles hier fängt gerade erst an. Und so lange mich Klee auf meiner Reise durch dieses Leben begleiten, kann mir schon einmal überhapt gar nichts passieren.
Von Bielefeld bis Berlin. Siegen. München. Köln. Keyword-Spamming.
Menschen nehmen Reisen auf sich, manchmal dauerhafte, manchmal temporäre. Von Siegen nach Köln. Oder München. Von Köln nach Berlin. Oder von München. Oder von Bielefeld nach Berlin für nur ein einziges Kurzkonzert; war es bislang bei einem eigenen Konzertradius, der nur von Köln bis Münster reichte, nur vage Vermutung, ist es seit gestern Nacht Gewissheit: Ralf aus Bielefeld steht tatsächlich auch in Berlin in der ersten Reihe, wenn Klee auftreten.
Im Admiralspalast spielten Klee auf einer Party, die mangels Besuchern oder fähiger DJs keine war, ein launiges Kurzset mit - dem Anlass entsprechend - überwiegend tanzbaren Songs von "Standard Kompakt" über "Königin" bis natürlich "Gold". Das Ganze wie immer tendenziell hervorragend, wenn auch diesmal ohne den Geist eines echten Konzerts, weil Suzie & Co sich rein auf die Songs beschränkten.
Nachdem der Auftritt sich somit aber bereits gelohnt hatte, durfte ich mich danach noch über ein ausgiebiges Gespräch mit Tom - also, nicht "Willkommen in Berlin, schön, dass Du seit gestern hier wohnst!-Tom", sondern Klee-Tom, am Merchandising-Stand freuen, das nicht nur diverseste Details über das Leben als Klee und das vermutlich Anfang 2010 erscheinende fünfte Klee-Album ans Tageslicht brachte, sondern auch die überraschende Erkenntnis, dass Klee-Tom mittlerweile ebenfalls eine Wohnung in Berlin bewohnt - und sich beim Schlagwort "Siegen" sofort an den Abend Ende 2003 im LYZ mit Von Spar ("Kuscheln!!!") und Klaus Fiehe erinnert. Eine beachtliche Leistung. Schließlich durfte ich sogar einen Teil des Merchandising-Standes hinter die Bühne tragen.
Den nun anstehenden Sonntag widme ich derweil weiterhin "Mängelexemplar", dem neuen Roman von Sarah Kuttner, mit welchem ich gestern bereits einen wunderbaren Tag in der Sonne verbrachte und der so nett fürs am-Wochenende-zwischendurch-Lesen ist. Und schließe diesen Blog-Kommentar ohne eine ihn umspannende Klammer, welche ohnehin synthetischer Natur sein müsste.
Einfach nur...gut
Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich nichts anderes mitzuteilen habe als: Es geht mir sowas von gut. Vielleicht ist in diesem Blog deshalb so wenig los. Aber der Reihe nach.
Vom allgemeinen Glücklichsein einmal abgesehen, bin ich letzten Freitag noch etwas glücklicher nach Hause gegangen: Meine Probezeit wurde verkürzt. Statt bis 15. Juli dauert sie...bis zum 31. März. Ja, seit gestern bereits bin ich unbefristet hier. Wegen sehr guter Führung sozusagen. Berlin, ich bleibe! :-)
Und davon abgesehen, dass ich mich im Job mehr als wohlfühle, läuft es auch ansonsten immer besser. Neben einer wieder einmal wunderbaren Fitnessstudio-Bekantschaft wäre da das Kaffeedate von vor einigen Wochen, bei welchem sich herausstellte, dass der Gute direkt bei mir um die Ecke arbeitet. So waren wir bereits zweimal zusammen Mittagessen und nächste Woche geht es...zusammen Balkonpflanzen kaufen. Berlin, diese furchtbare böse Stadt aber auch, alles nur Freaks hier!
Sogar zum Geburtstag bin ich bei Ralf übernächste Woche direkt eingeladen. Dürfte so in etwa der 37. sein, anders als bei Maciek, den ich bislang eigentlich nur einmal gesehen habe; letzten Sommer begleitete er mich und Tom zur Obama-Rede in meiner Mittlerweile-Heimat. Nächste Woche wird er 23 und sogar da darf ich dabei sein.
Vorher zieht am Wochenende endlich Tom hierhin und gleich Abend Nummer eins wird nach überstandenem Umzug mit nichts anderem gekrönt als mit einer Party im Admiralspalast mit Live-Act Klee. Denn wenn ich schon aus Köln wegziehe, dann kommen Klee eben nach Berlin, jawohl.
Somit kehrt in diesem Blog meinerseits endgültig die pure Langeweile ein. Nach drei Monaten in Berlin bin ich geneigt zu sagen: Es ist alles gut so, wie es ist. Und jetzt kommt auch noch der Frühling. Nothing more to say.
Benny - übernehmen Sie. Oder auch nicht?